Mehr als ein Fünftel aller Reptilienarten vom Aussterben bedroht

Eine jüngst im Fachmagazin Nature veröffentlichte Studie nahm die Lebensbedingungen von mehr als 10.000 Reptilien – von Schildkröten, Schlangen, Eidechsen bis hin zu Krokodilen – genau unter die Lupe. Studienleiter Neil Cox sagte der NGO Conservation International: „Unsere Analyse ist international die bisher umfassendste. Wir haben festgestellt, dass global mehr Reptilien- als Vogelarten bedroht sind. Ein Alarmzeichen, dass die weltweiten Bemühungen zu ihrer Erhaltung verstärkt werden müssen.“ Aus evolutionärer Sicht sind Reptilien bisher Erfolgsmodelle. Sie haben katastrophale Meteore, Kontinentalverschiebungen und Temperaturschwankungen über Hunderte von Millionen Jahren überlebt. Jetzt könnte die Erfolgsstory enden, so Cox: „Unsere Daten zeigen, dass Reptilien zunehmend durch den weitverbreiteten Verlust von Lebensräumen bedroht sind, der durch Abholzung und landwirtschaftliche Expansion verursacht wird.

Das mögliche Aussterben von Reptilien würde Nahrungsketten auf der ganzen Welt aus dem Gleichgewicht bringen.“ Vor allem in tropischen Gebieten wie Südostasien, Westafrika und Nordmadagaskar sind Reptilien bedroht, dort sind die Entwaldungsraten besonders hoch. Cox: „Als Tiere, die von externen Körperwärmequellen abhängen, sind Reptilien extrem anfällig für Temperaturschwankungen, die durch den Klimawandel angeheizt werden.“ Laut Cox gibt es trotzdem Hoffnung: „Die Bestimmung der schädlichen Einflüsse für Reptilien gibt uns einen Einblick, wie wir sie besser schützen können. Jetzt, da wir eine globale Einschätzung darüber haben, was Reptilien schadet, können wir diese Daten zur Verbesserung von Naturschutzpraktiken und -richtlinien nutzen. Reptilien sind Wunderwerke der Evolution, sie dürfen nicht durch das Raster der Naturschutzbemühungen fallen!“ VDA-Präsident Jens Crueger ist schockiert von den Daten, er sieht die privaten Halterinnen und Halter nun umso mehr in der Pflicht: „Je mehr wir die Ausmaße des Artensterbens begreifen, umso wichtiger wird ein enger Schulterschluss von Zoos, wissenschaftlichen Einrichtungen und uns privaten Haltern. Die unzähligen bedrohten Reptilienarten – sowie parallel Amphibien, Fische und Wirbellose – können nur in einer gemeinsamen Aktion gerettet werden. Hier muss das Know-how und Engagement der privaten Experten für Erhaltungszuchtprojekte und ähnliche Maßnahmen eingebunden werden.“

https://www.conservation.org/blog/study-more-than-a-fifth-of-reptile-species-
face-extinction

https://www.nature.com/articles/s41586-022-04664-7

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